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Kurz und Bündig

Trotz dem seit vielen Jahrzehnten bekannten und immer noch stark durch die Arzneimittelindustrie forcierten Entwurmungsmanagement (4 x im Jahr jedes Pferd zu entwurmen) gibt es leider immer noch viele Probleme mit Wurmbefällen bei Pferden.
Dabei ist eines der größten Probleme die steigende Anzahl an Resistenzen der Würmer (=Endoparasiten) gegenüber den bekannten Wirkstoffen zur Entwurmung bei Pferden.

Derzeit gibt es nur 3 Wirkstoffklassen:
(Benzimidazole (BZ), Tetrahydropyrimidine (THP) und Makrozyklische Laktone (ML) mit insgesamt nur 4 Wirkstoffen:
(Fenbendazol = BZ, Pyrantel =THP, Ivermectin = ML, Moxidectin = ML ).
Bislang wurde empfohlen, Pferde mehr oder weniger „blind“ bzw. nach dem „Gießkannenprinzip“ alle 3 Monate (= 4x pro Jahr) mit Wurmkuren zu behandeln. Dies hat jedoch die Resistenzen nicht verringert, eher begünstigt.
Um dem Problem der Resistenzen reell und praxisnah entgegenwirken zu können, wurde in den letzten zwei Jahrzehnten verstärkt nach anderen medizinischen Vorgehensweisen als den bisher bekannten Methoden (z.B. Strategische Entwurmung = alle 3 Monate blind entwurmen) zur Behandlung gegen die Endoparasiten bei Pferden gesucht.
Die heute unter dem Begriff der regelbasierten „Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung der Pferde“ bekannte Methode wurde und wird dabei von führenden nationalen und internationalen Parasitologen intensiv empfohlen und unterstützt.
In nahezu 10 Jahren der Anwendung konnte diese Methode eindrucksvoll nachweisen, eine effektive Waffe gegenüber der Ausbreitung von Resistenzen unter den verwendbaren Entwurmungswirkstoffen zu sein.
Das Schlagwort heisst hierbei
„DIAGNOSTIK vor (blinder) Therapie“


Sie wird bereits von vielen Pferdetierärzten angeboten und langfristig durchgeführt. Das Vorgehen ist sehr simpel und nachvollziehbar:

 

ausführliche Erläuterung
  • Es werden in einem sogenannten "Übersichtsjahr" zumindest 4 Monitoring-Kotproben über das Jahr hinweg verteilt von einem Pferd genommen.

  • Die ersten beiden Monitoring-Kotproben (MP) erfolgen in einem kürzeren Abstand von 6-(8) Wochen, danach folgen die weiteren zwei MP in einem individuellen Abstand, der vom jeweiligen Tierarzt vor Ort in Absprache mit den Besitzern bestimmt wird.

  • Der Pferdebesitzer selbst kann die Kotprobe nehmen und bringt / sendet sie nach Zuteilung der individuellen Identifikationsnummer und erst nach jeweiliger telefonischer Anmeldung direkt zum Kotprobenlabor.

  • Die Auswertung der Kotproben erfolgt im tierärztlichen Kotprobenlabor oder in einem externen, privat-veterinärmedizinischem Labor.

Entsprechend dem Kotproben-Ergebnis gibt es 2 große Entscheidungsmöglichkeiten. Befindet sich das Pferd zum Zeitpunkt Kotprobenuntersuchung über oder unter dem definierten Schwellenwert.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass es je Endoparasit (=Wurm) unterschiedliche, aber wissenschaftlich klar definierte Schwellenwerte gibt.


Im Folgenden wird Beispielhaft auf einen Befall mit Strongyliden eingegangen: 

  • Pferde mit einer Eiausscheidung von unter 200 EpG (Eiern pro Gramm Kot) an Strongylideneiern  werden zu diesem Zeitpunkt nicht entwurmt.
     
  • Dies ist jedoch nicht so zu verstehen, dass dieses Pferd nicht irgendwann einmal (z.B. infolge einer Stoffwechselerkrankung oder ähnlichem..) bei einer Monitoring Probe einen erhöhten Wert haben könnte. Um dies zu kontrollieren müssen alle Pferde kontinuierlich beprobt werden. 

 

  • Pferde über 200 EpG werden AUF JEDEN FALL nach einem solchen erhöhten Ergebnis entwurmt und 14 Tage später erfolgt eine Kontrolle der Wirksamkeit des verwendeten Wirkstoffes über eine erneute (Kontroll) Kotprobe = Wirksamkeitskotprobe. Hierzu gibt es zumeist eine Erinnerungen durch die betreuenden und zertifizierten Tierarztpraxen (zB. in Form einer Postkarte).
  • Bitte beachten Sie hierzu auch unter der Rubrik NEUIGKEITEN die aktuellen Zahlen

Für weitere Informationen bitten wir Sie, sich die einzelnen Seiten der Homepage www.selektive-entwurmung.com durchzulesen. Jederzeit können Sie sich auch persönliche Informationen zu diesem Thema via Email oder telefonisch einholen:

Kontakt Email:         Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontakt Telefon:    +49 – (0)8728 – 10 51 (bitte auf den Anrufbeantworter sprechen)

Falls Sie sich für einen sinnvollen Wechsel hin zur Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung entschlossen haben, sollten Sie als erstes Ihren Haustierarzt ansprechen. Es macht natürlich am meisten Sinn, in Zusammenarbeit mit Ihrem Haustierarzt (und nach den klaren Regeln der ZE – Strategie) Kotprobendiagnostik durchzuführen.

Sollten Sie hier eine (leider noch manchmal festzustellende) nicht argumentativ nachvollziehbare und ablehnende Haltung feststellen, so können wir Ihnen dennoch gerne in der Folge beratend zur Seite stehen.

Falls Ihr Haustierarzt Sie nicht unterstützen würde, stehen Ihnen jederzeit einige Selektive Entwurmungs-Hauslabore zur eigenen Einsendung der Kotproben zur Verfügung (siehe auf dieser Internetseite unter der Rubrik: Durchführende Tierärzte).

 

Unseren Flyer zur Selektiven Entwumung steht Ihnen hier zum Download verfügbar.

Historie

der Pferde Entwurmung

Weil ein in den 1960er Jahren sehr erfolgreiches, jedoch gegen einen vollkommen anderen Endoparasiten ( die Großen Strongyliden) gerichtetes Entwurmungsschema, nie mehr an die neuen und aktuellen Probleme angepasst wurde.

Spätestens seit den 1980er Jahren und bis heute andauernd gelten ganz andere Endoparasiten Arten als hoch problematisch bei unseren Pferden (hier vor allem die Kleinen Strongyliden, die Spulwürmer, die Bandwürmer, etc.).

Das ehemals erfolgreiche Entwurmungsschema aus dem Jahre 1966 ( „interval dose program“ zur Bekämpfung der "Großen Strongyliden" bei den Pferden) wurde leider ab den 1980er Jahren nahezu unkontrolliert und nicht hinterfragt auch für die Bekämpfung der "Kleinen Strongyliden" weiterhin angewendet.

Warum wurden Pferde bislang immer 4mal im Jahr entwurmt?

 

Kurz gesagt:

Weil ein sehr erfolgreiches, jedoch gegen einen vollkommen anderen Endoparasiten ( die Großen Strongyliden) gerichtetes Entwurmungsschema seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nie mehr den neuen, aktuellen Problemen und veränderten Endoparasiten Aufkommen in den Ställen angepasst wurde.

Dieses ehemals erfolgreiche Entwurmungsschema, das ursprünglich 1966 als "interval dose program" für die Bekämpfung der "Großen Strongyliden" eingeführt worden war, wurde in den 1980er Jahren nahezu nicht hinterfragt auch für die Bekämpfung
der "Kleinen Strongyliden" weiterhin angewendet.

zum vollständigen Artikel

Der erste positive Schritt: Die "Selektive Entwurmung"

Bereits seit dem letzten Jahrhundert wurden immer wieder von diversen Wissenschaftlern Versuche unternommen, auf Basis von Kotprobenuntersuchungen Aussagen über den Verwurmungsgrad von Pferden und deren Folgen für diese Pferde zu treffen. 

Man wollte bereits damals aus den Ergebnissen medizinische Entscheidungen für oder gegen die Anwendung einer (temporären) Entwurmung der Pferde ableiten.

Insbesondere ab dem Jahr 2006 wurde die sogenannte "Selektive Entwurmung" aus Dänemark sehr bekannt. Hierbei wurden Kotproben untersucht und auf Basis der Ergebnisse basierten dann die Entscheidungen für oder gegen eine temporäre anthelminthische Behandlung der untersuchten Pferde.

Diese Methode des "selective anthelmintic treatment" - also der reinen Kontrolle von Strongylideneiern bei Pferden-  hatte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch einige Nachteile.

In der Folgezeit wurden insbesondere in der veterinärmedizinisch - parasitologischen Abteilung der LMU München (unter Leitung des heute emeritierten Professors Dr. Kurt Pfister) große Anstrengungen unternommen, um die Selektive Entwurmung der Pferde bekannter zu machen.

Einen großen Anteil am heutigen Stand der Selektiven Entwurmung tragen die Dissertationen von Frau Dr. Anne Becher (2010) und Frau Dr. Lena Greite.

Der Durchbruch zum heutigen, streng regelbasierten System der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung gelang dann einerseits 2011 mit der Disseration zur praxisnahen Einführung der Selektiven Entwurmung in die Pferdepraxis durch Dr. Marcus Menzel und andererseits ebenso wichtig mit der ab dieser Zeit und in der Folge konsequenten Verbreitung und Publikation der Strategie und deren Ergebnissen durch die Tierarztpraxis Thurmading.

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Der zweite und wichtigste Schritt: Die "Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung"

 

Schon seit 2011 (Dr. Menzel) wurde die auf einem Regelwerk basierende, kontinuierliche Untersuchung der Kotproben von Pferden (Selektive Entwurmung) auch mit dem Begriff Zeitgemäße Entwurmung beworben.
Insbesondere spätestens seit Anfang 2014 wird die auf einem strengen und eindeutigem Regelwerk basierende Methode als

Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung bezeichent.

Hierfür gelten folgende Definitionen:
- Selektive Entwurmung: Kontrolle und falls ergebnisabhängig Notwendig erfolgt eine Behandlung gegen die Strongyliden beim Pferd

- Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung: Kontrolle und falls ergebnisabhängig Notwendig erfolgt eine Behandlung eines oder mehrerer Endoparasiten beim Pferd. Die Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung beinhaltet in ihrem Regelwerk ALLE wichtigen Endoparasiten der Equiden.

Das Regelwerk finden Sie in Auszügen ebenfalls auf dieser Webseite.

Gründe für Veränderung

Gesetzliche Gründe

 

die tierärztliche Hausapothekenverordnung bietet den Tierärzten klare Vorgaben hinsichtlich der Behandlungen von Tieren ( und somit auch den Pferden ).

In Par. 12 ( Abgabe der Arzneimittel an Tierhalter durch Tierärzte ) wird angegeben, dass apothekenpflichtige Arzneimittel (hierzu zählen Entwurmungspräparate)  durch Tierärzte an Tierhalter nur im Rahemen einer ordnungsgemäßen Behandlung abgegeben werden dürfen.

Eine ordnungsgemäße Behandlung wird in diesem Par. 12 Absatz 2 auch näher definiert. Es bedeutet dass (Einzel-) Tiere oder der Tierbestand

- in angemessenem Umfang ( vorab ) untersucht worden sind

- die Anwendung des Arzneimittels ( hier der Wurmkur bei jedem Einzeltier ) vom Tierarzt kontrolliert wird

- UND  der Behandlungserfolg vom Tierarzt kontrolliert wird.

Betrachtet man die derzeit auf dem Markt befindlichen Empfehlungen / Systeme etc. so ist einzig ( bislang übrigens unwidersprochen selbst von Kritikern der Zeitgemäßen ( + Selektiven) Entwurmung) die Methode der Zeitgemäßen ( +Selektiven) Entwurmung als Konform entsprechend den gesetzlichen Anforderungen anzusehen.

Epidemiologische Gründe

 

Die epidemiologischen Grundlagen, die zur Einführung der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung geführt haben können sie in folgendem Artikel nachlesen:

zum vollständigen Artikel

Medizinisch-Wissenschaftliche Gründe

 

Die Methode der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung befasst sich mit allen für Pferde wichtigen Endoparasiten.

Im besonderen Fokus stehen die „kleinen Strongyliden“, da heutzutage die meisten erwachsenen Pferde von dieser Wurmart befallen sind.

Bei der Methode der Zeitgemäßen (+Selektive) Entwurmung ist es primär wichtig, ein fortlaufendes Monitoring durchzuführen.

Somit können Infektionen eines Bestandes / eines einzelnen Tieres und die damit verbundenen Resistenzen

  • ermittelt
  • überwacht
  • gezielt und effektiv bekämpft
  • sowie über Jahrzehnte hinweg dokumentiert werden

Neben den „kleinen Strongyliden“ werden auch Infektionen mit folgenden ebenso wichtigen Wurmarten in einem zeitgleichen Monitoring-Verfahren primär überwacht:

  • Bandwürmer, Spulwürmer und große Stronglyden

           

 

Sollten sich klinische Anzeichen von seltenen Wurminfektionen wie Oxyuris, Lungenwürmer, Leberegel etc. ergeben, werden hierfür zusätzliche und weiterführende Untersuchungen durchgeführt.

 

  • Oxyuris (Pfriemenschwanz), Lungenwurmlarve (Quelle: Institut für Parasitologie, Universität Zürich) und Leberegel

     

Resistenzlage als weiterer Grund

 

Viele Pferdetierärzte sind stark an einem veränderten Management der Endoparasiten bei den Pferden interessiert, da es immer mehr und immer öfters nachgewiesen eine bereits erschreckend große und zunehmende Resistenzlage
gegen diverse Pferde-Entwurmungsmittel weltweit gibt.

Die Gründe für die fortschreitenden Resistenzbildung(-en) sind gut gemeinte, aber leider oft nicht hilfreiche oder auch teilweise gegensätzlich wirkende Strategien und Maßnahmen bei den derzeitig durchgeführten Pferde-Entwurmungen bzw. vorgeschlagenen Strategien wie:

  • regelmäßige Entwurmungen (ohne spätere Erfolgskontrollen) und leider
  • oft zu häufige Entwurmungen (ohne nachgewiesene Notwendigkeit).

Dabei muss vorweg dem Leser dieser Seite ganz klar sein, dass NICHT die Pferde gegen bestimmte Entwurmungs-Präparate resistent werden.

Vielmehr werden bestimmte Wurmarten (oftmals stallspezifisch) resistent
gegen die bekannten Pferde-Entwurmungsmittel.

Weitere Gründe für die resultierenden Resistenzlagen sind:

  • Falsch dosierte Wurmkurgaben (zumeist durch falsche Gewichtseinschätzungen der Pferde)

  • Häufige und strategische Entwurmung (z.B. immer 4x im Jahr / immer wechselnde Präparate, etc..)

  • Fehlende Kontrolle der Wirksamkeit (selten werden Kontroll-Kotproben angeboten oder durchgeführt)

  • Entwurmung ohne vorherige Diagnostik  beim einzelnen Pferd

  • Entwurmung ohne Kenntnis des Infektionsdruckes im gesamten Bestand

Vergleich mit Resistenzentwicklungen gegen ANTIBIOTIKA

Ähnlich wie bei dem bekannten Problem der Resistenzentwicklung gegen Antibiotika gibt es auch bei den Entwurmungsmitteln einen zunehmenden Verlust der Wirksamkeit.

Diese besorgniserregenden Resistenzen haben führende Parasitologen dazu veranlasst, einen neuen Weg im Kampf gegen Parasiten einzuschlagen.

Herausgekommen ist dabei eine NEUE Methode der Bekämpfung unter dem Namen


Zeitgemäße
(+Selektive) Entwurmung
der Pferde (seit 2011)


 Ganz wichtig hierbei sind folgende Punkte :

  • Die Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung basiert auf dem fortlaufenden Monitoring
    durch diagnostische Kotproben-Untersuchungen (vor geplanten und nach durchgeführten
    Entwurmungen)
  • Die "Ei-Ausscheidungen" durch Untersuchungen von Pferdekotproben (des einzelnen Pferdes oder
    des ganzen Bestandes) werden
    - überprüft
    - dokumentiert und
    - bewertet

Mit einem speziellen Programm können dann alle gesammelten Werte kontrolliert und bewertet werden.
Die Besitzer und ( falls nicht ausdrücklich von den Besitzern untersagt ) auch die Stallbesitzer erhalten bei Interesse gerne diverse Zusammenfassungen und Diagramme der Ei-Ausscheidungs-Dynamik und der Ei-Ausscheidungs-Höhen
jedes einzelnen Pferdes als auch des gesamten Bestandes.

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